LangenweddingenLangenweddingen

    

 

Das Zugunglück von Langenweddingen.

Am Donnerstag, den 06.07.1967 gegen 08:00 Uhr kam es am Bahnübergang Langenweddingen
zu einem der schwersten Eisenbahnunfälle der deutschen Geschichte.
Da sich die Schranke aus wohl technischen Gründen nicht schließen ließ,
kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Ferienzug P-852 von Magdeburg nach Thale und einem Tanklaster,
der mit 15.000 Litern Leichtbenzin beladen war.
Dieser Zusammenstoß hatte eine Explosion zur Folge, die den Zug sowie den Bahnhof in Flammen setzte.
Die Hitze des Feuers wurde für die Helfer zu einer undurchdringlichen Wand.

Ein Zeuge beobachtete einen Mann, der trotzdem immer wieder Kinder aus dem Zug holte
und sich dabei so schwere Verbrennungen der Haut zuzog,
daß er kurze Zeit später im Magdeburger Krankenhaus starb, nachdem er noch Kinder dort abgeliefert hatte.
Er hieß Werner Moritz und war Direktor einer Grundschule in Rogätz, in der südlichen Altmark.

Nach Regierungsangaben starben 96 Menschen bei dieser Katastrophe. Etwa die Hälfte davon waren Kinder,
die am ersten Ferientag der Sommerferien vom Magdeburger Hauptbahnhof aus
auf dem Weg ins Harzer Ferienlager waren.
Viele Helfer bezweifeln die Richtigkeit dieser Angaben.
Die Zahl der Opfer wird auf 130 bis 140 geschätzt.
Das Unglück in Langenweddingen gilt als das schwerste in der Geschichte der DDR.

Walter Ulbricht, der damalige Staatratsvorsitzende der DDR, bekündete damals sein Beileid schriftlich:
[...Hier hat sich die sozialistische Menschengemeinschaft bewiesen.
Aus der Gemeinsamkeit wächst die Kraft, die den Schmerz überwinden hilft...
]
Aus Moskau kam Beileid ins Bruderland, und sogar der Papst schickte einen Brief aus dem Vatikan.
Bei der Trauerfeier standen die Fahnen im ganzen Land auf Halbmast.
Im Magdeburger Ernst-Thälmann-Werk legten die Schmelzer um 11 Uhr ihre Arbeit nieder.

Auf dem Friedhof von Langenweddingen sind bei drei Ahornbäumen und zwei Buchen
die Kinder des Dorfes begraben,
die in den letzten Jahrzehnten umgekommen sind.
An das einzige Opfer aus Langenweddingen, das beim Zugunglück gestorben ist, ein junges Mädchen,
erinnert heute auf dem Friedhof nur noch der Sockel vom Grabstein.
Der Spruch Die Flammen fraßen sie auf soll darauf gemeißelt gewesen sein.
Heute verwittert der Sockel zwischen den anderen Kindergräbern.

Vielen Dank für die Bilder an Frank Barby.



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